"  D  e  r      S  i  t  z  g  o  t  t  "

von Christoph Keller

Uraufführung

Premiere: 23. Mai 1998

mit: Volker Spahr
Reinhard Froboess


Regie: Bettina Rehm
Ausstattung: Florian Kradolfer
Licht: Markus Holdermann
Dramaturgie: Hubert Dragaschnig

Hinterbühne
Festspiel- und Kongreßhaus Bregenz

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Joachim Kugler, 72, Stuhlfabrikant und "Sitzgott", sieht sich dem grotesken Vorwurf ausgesetzt, die Kugellager seiner Stühle seien für den Raketenbau verwendbar, seine Firma habe sich in den Dienst kriegführender Regimes gestellt.

Der Beschuldigte - längst hat er sich aus dem aktiven Geschäftsleben in die Schweiz zurückgezogen und den Konzern seinem unfähigen Schwiegersohn überlassen - sieht sich gezwungen, zur Rettung von Firmenruf und Privatehre eine Pressekonferenz am Firmensitz in Frankfurt abzuhalten.

Sprunghaft und unkontrolliert entwickelt Kugler Unschuldsvisionen, die zu Schuldzuweisungen werden, verstrickt sich in seine eigene Familiengeschichte und phantasiert von sitzenden und stehenden Frauen.

Ein Stück über den Sitzkodex der Menschheit und über Lebens-Irritationen angesichts - vielleicht doch nicht - grotesker Vorwürfe. Kugler kommt dem Begreifen so nahe wie dem Wahnsinn. Am Ende ist selbst der Ort unklar: Spricht er in seiner Villa am Genfer See, in einem Sanatorium, in einer psychiatrischen Klinik?