"  F  i  t  z  f  i  n  g  e  r  ,      a  b      g  e  h  t      e  r  !  "

von Johann Jakob Wurster

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 12. März 1999

mit: Uwe Achilles
Hubert Dragaschnig
Edi Muther


Regie: Augustin Jagg
Bühne: Alex Kölbl
Licht: Markus Holdermann

Hinterbühne
Festspielhaus Bregenz

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Für Personalchef Schott eine alltägliche Situation: Ein Bewerbungsgespräch ist beendet, der Bewerber Fitzfinger wird mit den üblichen Floskeln verabschiedet. Doch Fitzfinger verlässt das Firmengebäude nicht. Jedes Mal, wenn Personalchef Schott sein Büro verlässt, ist Fitzfinger noch im Flur, entwickelt immer aberwitzigere Formen, Schott in ein Gespräch zu ziehen und ihn zu einer Reaktion zu zwingen.

Wer ist Fitzfinger? Eine ganz normale Führungskraft, die mit der Ablehnung seiner Bewerbung nicht zurecht kommt oder ein Verrückter, der gekommen ist, um Schott in den Wahnsinn zu treiben? Schott, ein Mann der sich immer durchzusetzen weiß und mit Krisen stets zurecht kommt, ist zunächst überzeugt, auch dieses Problem lösen zu können. Doch was tut der Erfolgsgewohnte, wenn sein Gegenüber sich nie so verhält, wie es die Situation erwarten lässt? Wie reagiert der Durchsetzungsfähige auf Anfechtungen, die in seiner Vorstellung von möglichen Krisen und deren Lösung keinen Platz haben?

Das Machtverhältnis kehrt sich um, die langsame Zerrüttung einer im Grunde genommen souveränen Persönlichkeit zeichnet sich ab, die sich bis zum Schluss bemüht, ihre Überlegenheit zu bewahren. Schott reagiert weiterhin mit Methoden, die ihm bislang zur Bewältigung von Problemen geholfen haben und versucht zu ignorieren, dass er dem Phänomen Fitzfinger damit nicht wird beikommen können: er sieht sich hier mit einer Situation konfrontiert von der er letztlich überfordert sein wird.

Damit verbirgt sich hinter der aberwitzigen Groteske ein Stück unserer gesellschaftlichen Realität. Nicht nur für das Problem der wachsenden Arbeitslosigkeit scheinen unsere bislang erprobten Formen der Krisenbewältigung nicht mehr tauglich zu sein.

"Fitzfinger, ab geht er!" ist eine groteske Farce über Arbeitslosigkeit, über die Angst vor dem Gesichtsverlust und die Zwanghaftigkeit der immer Erfolgreichen.