"  R  a  b  e  n  l  a  n  d  "

von Hansjörg Schertenleib

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 6. Mai 1999

mit: Günter Baumann
Matthias Bega
Frank Deesz
Yvonne Harder
Robert Kahr
Christian Lemperle
Christian Nisslmüller
Urs Obrecht
Verena Rendtorff


Regie: Bettina Rehm
Ausstattung: Birgit Remuss
Licht: Markus Holdermann

Hinterbühne
Festspielhaus Bregenz

Kontaktformular  

"Es ist ein Phänomen, das überall auf der Welt ein fruchtbarer Nährboden für den Faschismus ist: die Bedeutungslosigkeit und Ohnmacht des Individuums." (Erich Fromm)

Rabenland ist Symbol, Metapher für Ausgeschlossensein, Vernachlässigtsein, für einen Ort der Leere und des sinnlosen Suchens nach Geborgenheit.

Zwei Welten, ein Bahndamm. Treffpunkt der einsamen, rabenelterngeschädigten Jugendlichen Block, Ferse, Watte und des Mädchens Palme. Dagegen die Familie: Vater, Sohn, Tochter, der Freund. Im Hintergrund kaum zu sehen das Heim für Asylsuchende. Block, Ferse, Watte und Palme stehen den Neonazis nah. Fremdenfeinde. Aggressiv gegen jeden, der ihnen vermeintlich zu nahe tritt. Sie schließen sich zu einer Gruppe zusammen, mit Block als Führer. Ihre anfangs nur verbalen Attacken gegen die Ausländer gipfeln schließlich in einem Anschlag auf das Heim der Asylsuchenden, wo die Tochter arbeitet. Die Tochter ist das einzige Opfer; sie sitzt nach dem Anschlag im Rollstuhl. Die Täter aber werden freigesprochen. Die Familie schwört Rache, und es gelingt den drei Männern, Palme in ihre Gewalt zu bringen, die sie zu einem Geständnis zwingen wollen. Von den Kumpels im Stich gelassen, unternimmt Watte, der Außenseiter der Gruppe und in Palme verliebt, den Versuch, das Mädchen zu befreien.

Ist Rabenland ein sogenanntes "Zeitstück", ein "aktueller" Theaterabend, der auf Ausländerhass und Rechtsradikalismus reagiert? "Nein", sagt der Autor, "mein Stück handelt nicht von Neonazis. Es geht allgemein um Gewalt - und darum, wie Macht funktioniert. Welche Machtrituale spielen unter Jugendlichen eine Rolle - und welche in der Familie? Das sind die Fragen, die mich interessieren."