"  D  i  e      V  e  r  g  e  w  a  l  t  i  g  u  n  g  "

von Sadallah Wannus

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 7. Oktober 1999

mit: Angela Aretz
Alexander Bogner
Alexandra Braun
Gabriele Graf
Berenice Pahl
Helmut Schüschner
Martin Sommerlechner
Robert Stuc
Mark Wechselberger
Uli Zentner


Regie: Hubert Dragaschnig
Bühne: Augustin Jagg und
Hubert Dragaschnig
Kostüme: Heike Huber
Licht: Markus Holdermann
Musik: Andreas Schreiber



Hinterbühne
Festspiehaus Bregenz

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Mit "Die Vergewaltigung" hinterließ der 1997 verstorbene Sadallah Wannus ein Theaterstück, das an die großen griechischen Tragödien erinnert. Das Thema ist der israelisch-palästinensische Konflikt, der über mehrere Generationen den Nahen Osten beherrscht. Dieses Aufeinanderprallen zweier Kulturen bzw. Zivilisationen beschreibt Wannus mit analytischer Genauigkeit, massiver Härte und größter Poesie.

Israel am Anfang der 80er Jahre: Yitzhak Pinchas arbeitet für den israelischen Sicherheitsdienst. Die Brutalität, die er selbst ausübt und die nicht ohne seelische Folgen bleibt, nimmt er mit in sein Familienleben. Als er eines Tages bei einem Verhör zusammenbricht, ist das für alle Seiten ein unüberhörbares Signal, daß er nicht mehr systemkonform funktioniert. Und Rahel, seine Frau, muss erkennen, in welche Greuel ihr Mann verstrickt ist. Sie verlässt ihn.

Für die arabische Seite steht die Familie Ismaels, eines Aktivisten im palästinensischen Widerstand. Auch diese Familie bricht auseinander: Der Vater wurde ermordet, die Frau seines Bruders floh nach Jordanien, er selbst wird inhaftiert. Fremdartig und erschütternd klingen die Gedanken, die der palästinensischen Haltung zugrunde liegen: "Dieses Land nährte uns als Lebende, und wir nähren es selbst als Tote. Nimm jeden beliebigen alten Ölbaum und zieh ihm die Rinde ab, und da wirst du sehen, wie in seinem Pflanzensaft der Saft meiner Großväter und der Schweiß meiner Väter herausströmt."