"  S  a  l  z  w  a  s  s  e  r  "

von Conor McPherson

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 5. Mai 2000, 20.00 Uhr

mit: Stefan Düe
Thomas Griess
Tobias Oertel


Regie: Augustin Jagg
Bühnen und Licht: Stefan Pfeistlinger
Musik: Inmovement

Hinterbühne
Festspielhaus Bregenz

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Der Ire Conor McPherson ist noch keine 30 Jahre alt und schon ein gefragter Bühnenautor, der vor allem im englisch-sprachigen Raum in den letzten Jahren größte Erfolge feierte. Sein Stück "Salzwasser" wurde in Großbritannien mehrfach ausgezeichnet.

"Das Stück fängt ein aktuelles Lebensgefühl ein", sagt Regisseur Augustin Jagg, der "Salzwasser" in Bregenz inszeniert (unterstützt von Stefan Pfeistlinger, der für Bühne und Licht verantwortlich zeichnet).

"Dieser brilliante Text trifft in seiner Klarheit und Poesie den Nerv der Zeit. Mit vitaler Phantasie und schrägem Humor erzählt der Autor eine spannende, komplexe Geschichte über drei Individuen und entwirft gleichzeitig ein Bild über die Beschaffenheit unserer Welt. "Salzwasser" erzählt vom Erwachsenwerden und dem Erwachen der Sexualität ebenso wie von der Auseinandersetzung mit der "Vätergeneration" - bis hin zum Erkennen, daß das Leben mit 35 bereits vorbei sein könnte und die momentane Existenz nur ein Provisorium darstellt."

Gut erfunden oder schlecht erlebt?

"Salzwasser" ist ein Monologstück. Joe,17, Frank, anfang Zwanzig und der dreißigjährige Ray erzählen die Ereignisse einer Woche, in der sich ihr Leben völlig veränderte, in sich überschneidenden Monologen.

Ob die Geschichten wahr sind oder im Moment ihres Vortrages erfunden, bleibt bis zum Schluss offen. Sprechen die drei Männer von ihrer tatsächlichen Vergangenheit oder bauen sie sich eine erfundene Realität auf, um ihre Lebenssituation zu rechtfertigen?

Am besten erfindet man sich seine eigene Geschichte. Und spricht damit vermutlich McPherson aus der Seele, der immer wieder in seinem so simpel erscheinenden Text seine Ansichten zu Lüge und Wahrheit und deren Ununterscheidbarkeit sehr nebenbei thematisiert.

"Jeden Abend Freunde in Kneipen treffen. Das kann zu echter Arbeit ausarten, als wäre es dein bizarrer Job. Es beinhaltet auch eine Menge neuer Leute kennenzulernen. Manchmal ist es nett und manchmal furchtbar. Letztes Jahr habe ich mich entschlossen, das Eis zu brechen, indem ich jeder neuen Bekanntschaft eine große Lüge erzähle. Und hier ist sie. Heute habe ich die Ha'penny-Brücke überquert und eine Möwe ist mir ins Gesicht geflogen. Sie hat sich in meiner Brille verheddert und ihre Flügel schlugen mir um den Kopf. Leute versammelten sich um mich, versuchten mir zu helfen, und schließlich habe ich mich so lange auf den Boden gelegt, bis sie die Möwe losbekommen haben. Der Möwe ging's gut und mir auch, aber wie Sie sich vorstellen können, war alles ziemlich peinlich. Das erste, was die Leute gesagt haben, nachdem ich das erzählt hatte, ist: "Ist das wahr?" Obwohl sie mir nicht geglaubt haben, leben wir doch in einer Welt, in der man nicht erwartet, daß völlig Fremde einen anlügen. Zumindest nicht in Kneipen. Aber im Theater ist das sehr angenehm." (Conor McPherson)