"  K  o  c  h  e  n      m  i  t      E  l  v  i  s  "

von Lee Hall

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 16. November 2000

mit: Hubert Dragaschnig
Daniela Gaets
Susanna Knechtl
Tobias Oertel

Regie: Augustin Jagg
Bühne: Sabina Kellner
Kostüme: Heike Huber
Licht: Markus Holdermann
Musik: Paul Winter

Hinterbühne
Festspielhaus Bregenz

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In "Kochen mit Elvis" zeichnet Lee Hall das Sittenbild einer englischen Mittelstandsfamilie, die ein wenig in Schwierigkeiten geraten ist: Dad, der Elvis-Imitator, sitzt nach einem Autounfall querschnittgelähmt und sprachunfähig im Rollstuhl, Mam trinkt ein bisschen viel und sehnt sich nach etwas männlicher Wärme, und Tochter Jill ist vierzehn, übergewichtig und kocht exzessiv für Dad: Elvis habe das gegessen und Dad war vor seinem Unfall Elvis-Imitator.
In diese "Idylle" gerät Stuart, jung, gutaussehend und ein bisschen einfältig. Mam bringt ihn eines Abends mit nach Hause, kurze Zeit später zieht er bei ihr ein und sorgt damit für einige Komplikationen ...

Elvis:

Und dann ist der Präsident herausgekommen und hat gesagt: Hej, Elvis, du hast schon einen komischen Aufzug an. Und ich hab zum Präsidenten gesagt: Mister President, Sir, Sie machen Ihre Show, und ich mach meine. Und ich hab gesagt: Mister President, in diesem Königreich wütet die Pest. Mein Volk geht durch ein Tal der Tränen. Um uns herrscht Finsternis. Es gibt Drogen, Hippies und Päderasten und jede Art von Übel. Aber wo es Trauer gibt, da bringe ich Hoffnung, und wo es Sorgen gibt, da bringe ich Liebe, und dorthin, wo Armut herrscht, bringe ich die Reichtümer des Orients, und wo die Finsternis waltet, da bringe ich Licht, und wo es Hunger gibt, dorthin bringe ich Burger. Und alles wird gut und alle möglichen Dinge werden gut. Und dann bin ich heimgefahren und habe gekotzt.



"Kochen mit Elvis" ist das dritte Theaterstück des jungen britischen Autors Lee Hall. Seine Dialoge sind schnell, sein Humor schwarz. Es ist so verdammt komisch wie das Leben selbst mit seinen Schicksalsschlägen und Katastrophen. Frech und direkt hinterfragt es unsere Schönheitsideale, erzählt es von der Schwierigkeit erwachsen zu werden und von unser aller Sehnsucht nach Liebe. Und es macht einen großen Mythos unseres Jahrhunderts auf besondere Weise noch einmal lebendig: den "King", Elvis Presley.