"  D  u  b  l  i  n      C  a  r  o  l  "

von Conor McPherson

Österreichische Erstaufführung

Premiere: 14. November 2001

mit:
Anja Dreischmeier
Andreas Erstling
Ingold Wildenauer

Regie: Augustin Jagg
Dramaturgie: Hubert Dragaschnig
Technische Leitung: Walter Wimmer
Bühne und Licht: Stefan Pfeistlinger
Musik: Paul Winter

Hinterbühne
Festspielhaus Bregenz

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24. Dezember in einem kleinen Büro in Dublin.
Der Alkoholiker John Plunkett schlägt sich als Leichenbestatter durchs Leben. Zusammen mit seinem jungen Assistenten Mark bekämpft er die aufkommende Weihnachtsdepression mit einer Flasche Whiskey. John erzählt dem jungen Kollegen seine Lebensgeschichte. In bitterer Selbsterkenntnis beschreibt er seinen Weg in die Einsamkeit.

Im Laufe dieses "Heiligen Abends" wird John durch seine Tocher Mary die Chance geboten, sich mit seiner Familie wieder zu versöhnen. Er weiß nicht, ob er sich dieser
Herausforderung, die ihn mit seinem kompletten Versagen, ja mit seiner Lebensuntüchtigkeit konfrontieren wird, stellen soll.

"Dublin Carol" zeichnet das Bild eines unspektakulär gescheiterten Lebens. Ein Porträt der Verzweiflung, des Selbstmitleids und des fortdauernden Kampfes um einen
Rest von Würde und Stolz. Eine moderne Variante von Charles Dickens' Weihnachtsklassiker "A Christmas Carol", mit dem es die Hoffnung teilt, dass es für einen Neuanfang nie zu spät ist.

Das Trinken selbst beunruhigt mich nicht so sehr; es stimmt mich immer wieder nur sehr traurig, dass sich Menschen in eine Situation bringen, in der sie ihre Probleme niemals bewältigen können. Ich denke, John ist davon überzeugt, dass er tot ist und sich selbst ums Leben gebracht hat.

Wenn man das Leben als eine lineare Geschichte betrachtet, begegnet man irgendwann seiner großen Liebe, man bekommt Kinder, tut dies und das und setzt sich zur Ruhe; dann wird John gewissermaßen davon ausgeschlossen - was wie Sterben ist - weil er für seine Familie so gut wie tot ist. Selbst in dem Moment, wo ihm Vergebung angeboten wird, hat er nicht das Gefühl diese auch zu verdienen. Er ist der Überzeugung ein Versager zu sein. Auch wenn der Inhalt meines Stückes düster ist, ist es nicht trostlos, denn die Figuren sprechen über ihre Ausweglosigkeit ... eine gewaltige Erleichterung, mit seinen Ängsten nicht allein zu sein.

Conor McPherson über Dublin Carol.