Moderation: Jürgen Thaler
Oswald Eggers aktuelles Buch widmet sich dem Formen und Vermengen der Mengen und Unmengen von Erlebnisinhalten ineinander. Als Oskar Fiala, ein in der linken Sozialdemokratie verankerter, vergessener, unbekannter Autor, verarmt und namenlos, 1948 in einem Vorort von Leipzig starb, steht in seiner Todesurkunde die Berufsbezeichnung „Arbeiter, Tiefbau“. Der junge Journalist und Schriftsteller führte kreuz und quer durch Europa ein ruhe- und zielloses Wanderleben, dem erst der Weltkrieg ein Ende setzte. Unentwegt blickt er in seinen Welten in der Welt umher, verknüpft das Unverträgliche, jedoch dergestalt, dass ein ungeheimer Faden sich mitschlinge, wodurch das ganze Um und Auf selbstverschränkt als bunte Einheit erscheint.
„Ich dachte immer, dass andere meine Gedanken wissen, aber dass ich fremder Leute Gedanken erlebe, habe ich nie gedacht.“ Oswald Egger
Oswald Egger, geboren 1963 in Lana in Südtirol. Lebt und arbeitet auf der Raketenstation Hombroich. Seine Prosa und Gedichte sind in mehrere Sprachen übersetzt und wurden vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Georg-Büchner-Preis 2024. Seit 2011 ist er Professor für Sprache und Gestalt an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. 2014 erhielt er das Villa-Massimo-Stipendium, 2020 das Robert-Musil-Stipendium.
Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Franz-Michael-Felder-Archiv der Vorarlberger Landesbibliothek.
Oswald Egger © Foto: Katharina Hinsberg

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